Wie kann man ein Handy orten? Anleitung für iPhone, Android und Nummer-Ortung
Ein Handy zu orten ist in den meisten Fällen einfacher, als Sie denken — die eigentliche Hürde ist rechtlich, nicht technisch. Dieser Ratgeber zeigt für jede Ausgangslage die passende Methode, Schritt für Schritt, und wo die Grenze des Erlaubten liegt.
- Eigenes Handy verloren? → Apple „Wo ist?" (iPhone-Anleitung) bzw. Google Find Hub / „Mein Gerät finden" (Android-Anleitung). Beides gratis, in wenigen Minuten.
- Handy einer anderen Person? → Nur mit deren aktiver Zustimmung. Kostenlos via Standort-Freigabe (Apple „Wo ist?" › Personen · Google Maps · WhatsApp Live-Standort); für Einmal-Anfragen per Link ab 1 € (siehe Ortung ohne Gerätezugriff). Ohne Zustimmung ist heimliche Ortung in DACH strafbar — Details im Rechtslage-Abschnitt unten.
- Handy gestohlen? → Zuerst letzten Standort sichern, dann sperren, dann Anzeige — siehe Recovery-Flow.
Die fünf Ortungswege im Überblick — plus die IMEI als Gerätekennung
Sortiert nach dem, was für die meisten Nutzer zuerst in Frage kommt: kostenlose Betriebssystem-Bordmittel und freiwillige Standort-Freigabe zuerst, bezahlte Drittanbieter-Apps nur, wenn zusätzliche Funktionen (Geofencing-Alarm, Aktivitäts-Berichte) tatsächlich gebraucht werden. Der Behördenweg ist keine Self-Service-Option, aber für den Vollständigkeit halber gelistet.
| Methode | Genauigkeit | Kosten | Voraussetzung | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| GPS über Bordmittel | GPS-typisch, im Freien meist wenige Meter | gratis | eigenes Konto + Ortungsfunktion vorher aktiviert. Für Live-Daten Internet, für unterstützte Offline-Ortung Find-Netzwerk/Bluetooth aktiv (Apple ab iPhone 11 · Google ab Pixel 8 & weitere) | eigenes Handy, Familienfreigabe |
| Freiwillige Standortfreigabe | wie GPS — im Freien hoch, in Gebäuden reduziert | gratis | aktive Zustimmung der Zielperson (Apple „Wo ist?" · Google Maps · Find Hub · WhatsApp Live-Standort) | Partner, Familie, Freunde |
| Drittanbieter-/Familien-App auf dem Gerät | im Rahmen der GPS-Möglichkeiten, abhängig von Umgebung und Update-Intervall | kostenpflichtig, meist Abo ab ~8 €/Mt. | physischer Zugriff und Installation auf dem Zielgerät | wenn zusätzliche Funktionen (Geofencing-Alarm, Aktivitäts-Berichte) über die kostenlosen Bordmittel hinaus gebraucht werden — typischerweise Kinderhandy oder Diensthandy mit klarer Vereinbarung |
| Einmalige Link-Ortung (Telefonnummer) | in unserem GEOfinder-Test: 18 m Stadt / bis 240 m ländlich | ab 1 € Test | Zielperson klickt den zugesendeten Link und gibt den Standort im Browser frei | einmalige Anfrage ohne Konto-Verknüpfung — wenn keine der kostenlosen Freigabe-Optionen greift |
| Funkzellen-/Netzortung durch Behörden | grob, typischerweise 500 m in der Stadt bis mehrere km auf dem Land | — | richterliche Anordnung, Notruf mit AML — keine private Self-Service-Funktion | Vermisstenfall, laufende Ermittlungen |
| IMEI — Geräteidentifikation | nicht ortungsrelevant | — | Nummer notiert (*#06# oder Konto/Rechnung) | Diebstahlanzeige, Provider-Sperre, Versicherungsfall — keine öffentlich nutzbare Ortungsmethode |
Damit die Ortung später funktioniert — in 10 Minuten vorbereitet
Der häufigste Grund, warum Ortung im Ernstfall scheitert: die entsprechenden Funktionen waren vor dem Verlust nicht aktiviert. Sieben Punkte, die Sie jetzt einmal durchgehen — dann greift jede der Anleitungen unten ohne Umwege.
- Apple-ID oder Google-Konto ist angemeldet und aktiv
Ohne funktionierendes Konto lässt sich das Gerät nicht aus der Ferne ansprechen. Prüfen: iOS → Einstellungen › [Ihr Name] · Android → Einstellungen › Google › Konto.
- „Wo ist?" bzw. Google Find Hub ist aktiviert
iOS → Einstellungen › [Ihr Name] › Wo ist? › Mein iPhone suchen auf „Ein". Android → Einstellungen › Sicherheit und Datenschutz › Mein Gerät finden bzw. Find Hub → aktiviert.
- Offline-Finding ist eingeschaltet
iOS → derselbe Menüpfad, dort „Wo ist?"-Netzwerk ebenfalls auf „Ein". Android → Einstellungen › Google › Alle Dienste › Find Hub › Offline-Geräte finden aktiv. Damit bleibt Ihr Gerät auch ohne eigene Internetverbindung auffindbar — vorbeikommende Apple- bzw. Android-Geräte in der Nähe leiten den Standort verschlüsselt weiter.
- Displaysperre + PIN oder Biometrie eingerichtet
Ohne Sperre kann jeder Finder das Gerät sofort öffnen, den Ortungsdienst deaktivieren und die SIM entnehmen. Mindestens sechsstellige PIN, besser Face ID / Fingerabdruck. iOS → Einstellungen › Face ID & Code · Android → Einstellungen › Sicherheit › Displaysperre.
- „Letzten Standort senden" bzw. vergleichbare Funktion aktiv
iOS → Wo ist? › Letzten Standort senden auf „Ein" — das iPhone sendet die Position automatisch an Apple, wenn der Akku unter einen kritischen Wert fällt. Android → in vielen Custom-ROMs (Samsung, Xiaomi, OnePlus) gibt es eine vergleichbare Option unter Einstellungen › Akku › Standort bei niedrigem Akku senden.
- IMEI und Seriennummer sind dokumentiert
Notieren Sie beide Nummern jetzt — bei einem Diebstahl brauchen Polizei und Provider die IMEI, um die Suche einzuleiten. Auslesen mit *#06# oder unter Einstellungen › Allgemein › Info (iOS) bzw. Einstellungen › Über das Telefon › Status (Android). Auch im Apple- bzw. Google-Konto sind IMEI und Seriennummer hinterlegt.
- Backup ist eingerichtet
iCloud Backup bzw. Google-One-Backup automatisiert einschalten. Wenn das Gerät weg ist, sind wenigstens Fotos, Nachrichten und Konten gerettet — und nach dem Wiederherstellen auf einem Ersatzgerät sind Ihre Konten und Freigaben sofort wieder da.
Die Anleitungen
1. iPhone orten mit „Wo ist?"
Funktioniert für Ihr eigenes iPhone und für Geräte in Ihrer Familienfreigabe. Voraussetzung: „Wo ist?" war vor dem Verlust aktiviert — prüfen Sie das jetzt, nicht später.
- 01icloud.com/find öffnen — an einem beliebigen Gerät im Browser, oder die App „Wo ist?" auf einem anderen Apple-Gerät starten.
- 02Mit der Apple-ID anmelden — derselben, die auf dem gesuchten iPhone eingerichtet ist. Der Zwei-Faktor-Code geht an Ihre vertrauenswürdigen Geräte.
- 03Gerät in der Liste wählen — die Karte zeigt die letzte bekannte Position mit Zeitstempel. Ein grüner Punkt bedeutet online, ein grauer offline.
- 04Ton abspielen oder Verlorenmodus — der Ton hilft im Haus, der Verlorenmodus sperrt das Gerät, zeigt eine Nachricht mit Rückrufnummer und schaltet Apple Pay ab.
- 05„Benachrichtigen, wenn gefunden" aktivieren — falls das iPhone offline ist. Sobald es wieder Netz hat, bekommen Sie eine Meldung.
Neuere iPhones lassen sich über das Bluetooth-Netzwerk anderer Apple-Geräte auch ohne eigene Internetverbindung finden — im Test in der Innenstadt zuverlässig, auf dem Land kaum.
2. Android-Handy mit Google Find Hub („Mein Gerät finden") orten
Google hat den Dienst 2024 in Find Hub umbenannt (vormals „Mein Gerät finden") und um Offline-Finding sowie Standortfreigabe für Personen erweitert. Bei fast allen Android-Geräten ab Werk aktiv. Prüfen Sie es unter Einstellungen › Sicherheit und Datenschutz › Mein Gerät finden bzw. Find Hub.
- 01Offline-Ortung vorher aktivieren (empfohlen, einmalig): Einstellungen › Google › Alle Dienste › Find Hub › Offline-Geräte finden. Damit wird Ihr Gerät Teil des Ende-zu-Ende-verschlüsselten Find-Hub-Netzwerks — vorbeikommende Android-Geräte können den Standort auch dann noch melden, wenn Ihr Handy offline ist.
- 02android.com/find aufrufen — oder die App Find Hub / „Mein Gerät finden" auf einem zweiten Android-Gerät nutzen.
- 03Mit dem Google-Konto anmelden, das auf dem gesuchten Handy eingerichtet ist. Bei mehreren Geräten oben das richtige auswählen.
- 04Position auf der Karte ablesen — inklusive Akkustand und verbundenem Netz. Der angegebene Radius ist die Unsicherheit, nicht die Suchfläche.
- 05Klingeln lassen — fünf Minuten in voller Lautstärke, auch im Stumm-Modus. Der häufigste Fund im Test: unter dem Sofa.
- 06Sperren, erst zuletzt löschen — nach dem Löschen ist keine Ortung mehr möglich. Machen Sie das nur, wenn Sie das Gerät aufgegeben haben.
Vier Zustände, die Find Hub unterscheidet: (1) online — aktuelle Live-Position via GPS/WLAN. (2) offline mit letzter bekannter Position — kein Netz mehr, dafür der zuletzt gemeldete Standort mit Zeitstempel. (3) Find-Hub-Netzwerk — vorbeikommende fremde Android-Geräte in der Nähe melden den Standort verschlüsselt an Google weiter (Voraussetzung: Punkt 1 der Anleitung vorher aktiviert). (4) Nach dem Ausschalten — bei unterstützten Modellen (z. B. Pixel-8-Serie) bleibt das Gerät noch begrenzte Zeit über das Netzwerk auffindbar, sofern Bluetooth und Standort vor dem Ausschalten aktiv waren. Bei älteren Android-Geräten funktionieren nur Zustände 1 und 2.
2b. Samsung Galaxy zusätzlich mit SmartThings Find / „Find My Mobile" orten
Samsung Galaxy-Geräte funktionieren mit Google Find Hub genauso wie andere Android-Handys — Sie können also einfach die Anleitung oben nutzen. Zusätzlich bietet Samsung mit SmartThings Find (früher Find My Mobile) einen eigenen Dienst mit einem Galaxy-Geräte-Netzwerk, das Offline-Ortung ähnlich wie Apples „Wo ist?"-Netzwerk unterstützt. Voraussetzung: Samsung-Konto ist auf dem Gerät angemeldet und die Funktion war vor dem Verlust aktiviert.
- 01Vorher einrichten (einmalig): Einstellungen › Biometrische Daten und Sicherheit › Find My Mobile — Samsung-Konto anmelden, „Remote-Entsperrung", „Offline-Ortung" und „Letzten Standort senden" einschalten.
- 02Im Ernstfall aufrufen: smartthingsfind.samsung.com im Browser öffnen — oder die SmartThings-App auf einem zweiten Samsung-Gerät.
- 03Anmelden mit dem Samsung-Konto, das auf dem gesuchten Gerät eingerichtet ist. Position, Akkustand und letzte Aktivität werden angezeigt.
- 04Fern-Aktionen: Klingeln (auch im Stumm-Modus), Sperren, Notrufsignal, IMEI/Backup einsehen, im Notfall Daten löschen. Die Recovery-Logik ist identisch mit der aus Anleitung 4 unten (erst Standort sichern, zuletzt löschen).
Zwei Wege parallel — Sie können auf demselben Samsung-Galaxy sowohl Google Find Hub als auch Samsung SmartThings Find nutzen. Beide arbeiten unabhängig. In der Praxis: SmartThings Find zeigt bei Samsung-Geräten oft die frischeren Daten (weil samsung-eigene Push-Kanäle) — Find Hub ist der Fallback, wenn das Samsung-Konto nicht mehr greift.
3. Ohne Gerätezugriff orten — wenn die andere Person kooperiert
Wenn Sie das Zielgerät nicht in die Hand bekommen, gibt es mehrere legale Wege — vorausgesetzt, die andere Person kooperiert. Die günstigste Reihenfolge: (1) Apple „Wo ist?" › Personen für iPhone-Kontakte — die Zielperson teilt ihren Standort dauerhaft oder befristet, beide Seiten sehen die Freigabe. (2) Google Maps Standortfreigabe für plattformübergreifende Fälle (Google Maps › Profil › Standortfreigabe, Dauer wählbar). (3) Google Find Hub unterstützt inzwischen ebenfalls Standort-Freigabe zwischen Personen. (4) Link-basierte Einmal-Ortung wie GEOfinder — sinnvoll, wenn eine einmalige Standortanfrage per Link ausreicht (Testtag ab 1 €, keine Konto-Verknüpfung nötig; die Zielperson klickt den Link und gibt den Standort im Browser frei). In unserem Test lieferten 41 von 45 Versuchen mit Klick-Link eine Position, im Stadtgebiet 18 Meter genau.
- 01Zustimmung einholen und dokumentieren — kurze schriftliche Nachricht, in der die Person der Standort-Freigabe zustimmt. Gilt für alle vier Wege. Ohne diesen Schritt lassen Sie es.
- 02Kostenloser Weg zwischen iPhones — Apple „Wo ist?"-App › Reiter Personen › + › Meinen Standort teilen · Kontakt wählen · Dauer (1 h, bis Ende des Tages, dauerhaft). Die Zielperson bekommt eine Einladung und bestätigt. Beide Seiten sehen die Freigabe in der App.
- 03Plattformübergreifend kostenlos: Google Maps — Google Maps öffnen › Profilbild › Standortfreigabe › Neue Freigabe · Dauer wählen · Kontakt/Link auswählen. Funktioniert Android ↔ iPhone gleichermassen. Beide Seiten sehen die Freigabe.
- 04Google Find Hub (Personen) — Find Hub / „Mein Gerät finden"-App › Reiter Personen: neuere Android-Versionen bieten hier ebenfalls die freiwillige Standort-Freigabe zwischen Google-Konto-Kontakten an.
- 05Einmal-Link via GEOfinder & Ähnliche — sinnvoll, wenn keine dauerhafte Konto-Verknüpfung gewünscht ist. Nummer im Dienst eingeben (prüft, ob Ortung möglich), Preis inkl. Folgekosten prüfen, Link per SMS senden, auf Klick der Zielperson warten. Nach Gebrauch kündigen und die Löschung der Standortdaten separat schriftlich beantragen.
Reihenfolge nach Kosten: die Wege 2–4 (Apple „Wo ist?" / Google Maps / Google Find Hub) sind gratis, brauchen aber ein aktives Konto und die Bereitschaft der Zielperson, die Einladung anzunehmen. Ein Einmal-Link-Dienst (Weg 5) ist die richtige Wahl für einmalige Anfragen ohne Konto-Verknüpfung — oder wenn die Zielperson kein iPhone-/Google-Konto hat, das Sie kennen.
Für Einmal-Anfragen per Link: höchste Trefferquote im Test, keine Konto-Verknüpfung, Testtag für 1 €.
4. Wenn das Handy gestohlen oder verloren ist: der Recovery-Flow
Keine App der Welt ersetzt hier die Behörden — aber vor dem Anruf beim Provider sollten Sie erst die Daten und den letzten Standort sichern. Die richtige Reihenfolge ist die, die im Ernstfall die Recovery-Chancen maximiert.
- 01Letzten Standort + Zeitstempel sichern — bevor sich etwas ändert. iCloud „Wo ist?" oder android.com/find öffnen, Screenshot mit sichtbarem Zeitstempel machen. Das ist Ihr wichtigstes Beweismittel für die Anzeige und die Basis für alle weiteren Schritte.
- 02Verlorenmodus / Gerät sichern — iOS: „Wo ist?" › [Gerät] › Als verloren markieren. Android: Find Hub › Gerät sichern. Damit wird das Gerät gesperrt, Apple Pay deaktiviert, eine Nachricht mit Rückrufnummer angezeigt und der Standort auch bei niedrigem Akku weitergemeldet.
- 03„Benachrichtigen, wenn gefunden" aktivieren — falls das Gerät gerade offline ist. Sobald es sich wieder ins Netz einbucht, bekommen Sie automatisch eine Meldung mit dem Standort.
- 04SIM sperren lassen — jetzt beim Netzbetreiber anrufen. Verhindert missbräuchliche Anrufe/SMS auf Ihre Rechnung. (Warum erst jetzt: eine gesperrte SIM kann in seltenen Fällen die Ortungs-Aufnahme über Provider-Netz erschweren — die zwei Minuten Verzögerung sind vertretbar.)
- 05IMEI und Kaufbeleg bereithalten — 15-stellige IMEI auf der Originalverpackung, in der Rechnung oder im Apple-/Google-Konto unter Geräteinformationen. Ohne IMEI keine wirksame Diebstahlanzeige.
- 06Anzeige erstatten — bei der Polizei mit IMEI, Kaufbeleg und dem Standort-Screenshot aus Schritt 1. Nur die Polizei kann bei ausreichendem Verdacht beim Netzbetreiber die Funkzelle abfragen. Fahren Sie nicht selbst zur angezeigten Adresse — das ist gefährlich und behindert die Ermittlungen.
- 07Erst zuletzt: remote löschen — nur wenn Sie das Gerät aufgegeben haben und die Datensicherheit vorgeht. Nach dem Löschen ist keine Ortung mehr möglich, und das Gerät ist für die Polizei ebenfalls nicht mehr auffindbar.
Die Reihenfolge Standort sichern → sperren → SIM → Anzeige → (zuletzt) Löschen ist entscheidend. Der häufigste Fehler: sofort remote löschen — damit ist auch der Standort weg. Der zweithäufigste: SIM sofort sperren, bevor der Standort gesichert wurde.
Was nicht funktioniert — auch wenn es beworben wird
Nicht mehr absolut richtig — hier hat sich seit 2022 einiges bewegt. Apple: iPhone 11 und neuere Modelle können über das „Wo ist?"-Netzwerk noch bis zu 24 Stunden nach dem Ausschalten gefunden werden — vorbeikommende Apple-Geräte in der Umgebung leiten die verschlüsselte Positionsmeldung weiter. Google: Der 2024 gestartete Find-Hub (früher „Mein Gerät finden") nutzt ein ähnliches Offline-Netzwerk; unterstützte Android-Geräte wie die Pixel-8-Serie bleiben nach dem Ausschalten oder bei leerem Akku noch begrenzte Zeit auffindbar. Voraussetzung in beiden Fällen: Offline-Finding, Bluetooth und Standort waren vor dem Ausschalten aktiviert. Bei älteren oder nicht unterstützten Geräten bleibt tatsächlich nur der zuletzt bekannte Standort.
Zwei Anbieter im Test verlangten nach Eingabe der Nummer plötzlich Geld, ohne je einen Standort zu liefern.
Websites, die eine IMEI-Suche anbieten, haben keinen Zugang zum Netz der Betreiber. Diese Abfrage bleibt Behörden vorbehalten.
Jede legale Methode braucht entweder Ihr eigenes Konto, eine Installation mit Zugriff oder einen Klick. Wer etwas anderes verspricht, verkauft ein Märchen.
Rechtslage: was in DACH erlaubt ist — und was nicht
Die kurze Antwort steht oben. Hier die vertiefte Übersicht für die häufigsten Konstellationen — wichtig, bevor Sie eine App installieren oder ein fremdes Gerät orten lassen.
| Situation | Erlaubt? | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| Ihr eigenes Handy ist verloren | ja | Keine Einschränkung. Nutzen Sie die Bordmittel Ihres Betriebssystems. |
| Handy Ihres Kindes unter 16 | ja | Im Rahmen der elterlichen Sorge und verhältnismässig. Das Kind sollte davon wissen. |
| Handy Ihres Kindes über 16 | bedingt | Mit steigendem Alter wächst das Persönlichkeitsrecht. Heimliche Ortung ist hier nicht mehr gedeckt. |
| Handy Ihres Partners | nein | Auch in der Ehe strafbar. In DE erfüllt heimliche Ortung den Tatbestand der Nachstellung (§ 238 StGB). |
| Diensthandy Ihrer Mitarbeitenden | bedingt | Schriftliche Regelung, Kenntnis der Beschäftigten, in DE Beteiligung des Betriebsrats. Keine Ortung in der Freizeit. |
| Gestohlenes Handy beim Täter | ja, aber | Orten dürfen Sie es. Holen Sie es nicht selbst — Anzeige erstatten und den Standort der Polizei geben. |
Umgekehrt: prüfen, ob Sie selbst geortet werden
Viele Leserinnen und Leser kommen mit der umgekehrten Frage. Diese fünf Prüfungen dauern zusammen zehn Minuten.
- 1
Geräteadministratoren prüfen (Android: Einstellungen › Sicherheit › Geräteadmin-Apps). Unbekannte Einträge deaktivieren und die App löschen.
- 2
Bedienungshilfen kontrollieren — Überwachungs-Apps brauchen diese Berechtigung, um Bildschirminhalte mitzulesen. Alles abschalten, was Sie nicht kennen.
- 3
Profile und Geräte im Konto ansehen (iOS: Einstellungen › Allgemein › VPN & Geräteverwaltung; dazu die Geräteliste Ihrer Apple-ID oder Ihres Google-Kontos).
- 4
Standortfreigaben durchgehen — in „Wo ist?" und in Google Maps sehen Sie, mit wem Ihr Standort geteilt wird. Alte Freigaben beenden.
- 5
Passwort und Zwei-Faktor erneuern — danach alle fremden Sitzungen abmelden. Bei akuter Bedrohung: Anzeige erstatten.
Häufige Fragen
Kann ich ein Handy orten, ohne dass es jemand merkt?
Bei Ihrem eigenen Gerät stellt sich die Frage nicht. Bei einem fremden Gerät ist die heimliche Ortung in der Schweiz, Deutschland und Österreich strafbar — unabhängig davon, ob sie technisch möglich wäre. Bei Kindern gilt: erlaubt im Rahmen der elterlichen Sorge, das Kind sollte aber informiert sein.
Wie genau ist eine Handyortung wirklich?
Das hängt stark von Empfang, Umgebung und aktivierter Ortungsfunktion ab — pauschale Meterangaben für alle Apps oder alle Nutzungsszenarien sind unseriös. Grober Rahmen: Bordmittel (GPS + WLAN) sind im Freien am genauesten, in Gebäuden reduziert. Freiwillige Standortfreigaben (Apple „Wo ist?", Google Maps, Find Hub, WhatsApp Live-Standort) haben dieselbe GPS-Grundlage. Ortungs-Apps erreichen im Rahmen dessen, was das Zielgerät via GPS ausgibt — Update-Intervall und Hintergrund-Einschränkungen zählen mehr als die App selbst. In unserem GEOfinder-Test lag die Nummer-Klick-Link-Ortung bei 18 m im Stadtgebiet, mit einer Spannweite bis rund 240 m auf dem Land. Reine Funkzellenortung durch Behörden liegt typischerweise bei 500 m in der Stadt bis mehrere Kilometer auf dem Land.
Funktioniert die Ortung ohne Internetverbindung?
Teilweise. Neuere iPhones melden ihre Position über das Bluetooth-Netz anderer Apple-Geräte, was in der Innenstadt gut, auf dem Land kaum funktionierte. Android zeigt in diesem Fall die letzte bekannte Position mit Zeitstempel.
Was mache ich, wenn mein Handy gestohlen wurde?
In dieser Reihenfolge: (1) letzten Standort mit Zeitstempel als Screenshot sichern; (2) Verlorenmodus / Gerät sichern („Wo ist?" bzw. Find Hub); (3) „Benachrichtigen, wenn gefunden" aktivieren; (4) SIM beim Netzbetreiber sperren lassen; (5) IMEI und Kaufbeleg bereithalten; (6) Anzeige bei der Polizei mit IMEI, Kaufbeleg und Standort-Screenshot; (7) erst zuletzt remote löschen — nur wenn Sie das Gerät aufgegeben haben, danach ist keine Ortung mehr möglich.
Kostet die Ortung des eigenen Handys etwas?
Nein. Apple „Wo ist?" und Google Find Hub (früher „Mein Gerät finden") sind kostenlos und in beiden Systemen vorinstalliert. Kostenpflichtige Dienste brauchen Sie erst, wenn Sie ein fremdes Gerät mit Zustimmung orten oder dauerhaft begleiten wollen.
Wie orte ich das Handy meines Kindes am besten?
Beginnen Sie mit der kostenlosen Familienfreigabe von Apple oder Google — für den Schulweg reicht das meistens. Erst wenn Sie Geofencing mit Alarm oder kurze Intervalle brauchen, lohnt eine App wie uMobix. Sprechen Sie in jedem Fall mit dem Kind darüber.